3. Fortbildung zum Phlebologieassistenten /in

Der/die Phlebologieassistent/in erbringt auf Basis fundierter Kenntnisse in der  Gefäßmedizin diagnostische Leistungen im Bereich phlebologischer/lymphologischer Krankheitsbilder und unterstützt den/die Phlebologen/in seinen/ihren ärztlichen Aufgaben. Der/die Phlebologieassisten/in ist sowohl organisatorisch als auch fachlich dem /der Phlebologen/in unterstellt und handelt auf ärztliche Weisung.

Medizinisches Assistenzpersonal (medizinische /r Fachangestellte/r, Schwestern; bzw. Pfleger) unterstützt Phlebologen/innen in der Diagnostik und Therapie der gefäßmedizinischen Patienten. Die deutsche Gesellschaft für Phlebologie hat das Ziel, die medizinischen Mitarbeiter/innen hierfür besser zu qualifizieren und damit deren Tätigkeit aufzuwerten. Die Ausbildung soll eine berufsbegleitende Fortbildung zum Erwerb einer Zusatzqualifikation für einen phlebologisch orientierten Assistenzberuf sein. Die Ausbildung soll aus einem theoretischen und praktischen Pflichtunterricht bestehen.

Eine nähere Beschreibung und die Anmeldeunterlagen finden Sie unter:

Fortbildungskonzept_Phlebologieassistent_DGP_20.1.16.pdf

Anmeldung-Vertiefungskursstuttgart.pdf

Anmeldung-Basiskurs-Bonn.pdf

Antrag_zur_Anerkennung_als_Ausbildungszentrum_durch_die_DGP__2_.pdf

 

 

Termine:

Basiskurs: 10./11.2.2017 im Rahmen der Bonner Venentage 2017

Vertiefungskurs: 21./22.9.2017 im Rahmen der DGP Jahrestagung in Stuttgart

 

Tätigkeitsmerkmale:

-         Organisation der gefäßmedizinischen Sprechstunde

-         Erheben von Basisdaten der Patienten

-         Mitwirkung bei nicht-invasiven funktionsdiagnostischen Untersuchungen

-         Instandhaltung, Qualitätskontrolle und Hygienemaßnahmen der für die nichtinvasive phlebologische Funktionsdiagnostik erforderlichen Geräte

-         Wundmanagement nach ärztlicher Anordnung

-         Überwachung ärztlich eingeleiteter Therapien

-         Vorbereitende Information des Patienten vor Therapien, z.B. intermittierende apparative Kompressionstherapie, Sklerosierung, Operationen und Interventionen (Endovenöse Therapieverfahren z.B. endoluminale Lasertherapie, Venefit Fast Closure oder ultraschallgeführte Schaumsklerotherapie)

-         Assistenz bei phlebologischen Leistungen (Operationen, Sklerotherapie, ultraschallgeführte Schaumsklerotherapie, endovenöse Therapieverfahren etc.)

-         Aufklärung, Beratung und Anleitung der Patienten zu Verhalten und Eigentherapie bei gefäßmedizinischen Erkrankungen (Risikofaktorenmanagement, Wundversorgung, Kompressionstherapie, Venengymnastik, etc.)

-         Kodierung gefäßmedizinischer Erkrankungen oder Prozeduren

-         Assistenz bei Qualitätssicherungsmaßnahmen und bei der Durchführung klinischer Studien

 

Ausbildungsziele:

-         Vermittlung von Kenntnissen in Anatomie, Ätiologie, Physiologie, Pathophysiologie des menschlichen Gefäßsystems

-         Vermittlung von Grundlagen der Prävention und Therapie von Erkrankungen der Venen, Lymphgefäße und der Arterien

-         Erhebung einer Basis Anamnese

-         Vermittlung von technischen Grundlagen und fachgerechten Durchführung nichtinvasiver diagnostischer Verfahren

-         Durchführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen, Geräteinstandhaltung und Hygienemaßnahmen nicht invasiver diagnostischer apparativer Verfahren, z.B. LRR, VVP, PPG, Dopplerdruckmessungen

-         Vermittlung von Kenntnissen in Theorie und Praxis der Doppler- und Duplexsonographie des Venensystems der unteren Extremitäten

-         Vermittlung von Prinzipien und Durchführung einer stadiengerechten Wundbehandlung

-         Vermittlung von Prinzipien und Durchführung physikalisch-medizinischer Behandlungsverfahren phlebologischer und lymphologischer Krankheitsbilder

-         Vermittlung von Kenntnissen zum medizinischen Kompressionsverband und indikationsgerechte Kompressionsstrumpfversorgung bei venösen und lymphologischen Krankheitsbildern

-         Vermittlung von Kenntnissen des Abrechnungssystems und Kodierung phlebologischer und lymphologischer Krankheitsbilder und Prozeduren in EBM und GOÄ, ICD 10

-          Vermittlung von Kenntnissen auch angiologischer Krankheitsbilder (Ausschluss pAVK vor Kompressionsbehandlung etc.)

-         Organisation phlebologischer, lymphologischer, evtl. angiologischer Funktionsbereiche in Datensysteme, Verwaltung von Patientendaten und elektronischem Bildablagesystem

Ausbildungsstruktur:

Die Ausbildung zum/r Phlebologieassistenten/in der DGP ist als berufsbegleitende Fortbildung zum Erwerb einer Zusatzqualifikation für einen gefäßmedizinisch orientierten Assistenzberuf entwickelt. Die Ausbildung erfolgt in einem Venenkompetenzzentrum oder in einem durch die Fortbildungsakademie der DGP anerkannten Zentrum.

Fortbildungsberechtigt für den praktischen Teil sind Venenkompetenzzentren der DGP/BVP oder ein Zentrum, das durch die Fortbildungsakademie der DGP anerkannt wurde.

Der theoretische Teil wird in von der Fortbildungsakademie der DGP angebotenen Fortbildungskursen vermittel. Die Kursangebote sind im Internet unter www.phlebology.de und auf Nachfrage im Sekretariat der DGP zu erfragen.

Praktische Tätigkeit:

Die praktische Ausbildung erfolgt berufsbegleitend in einer mindestens 1 1/2 jährigen Fortbildungszeit in Vollzeittätigkeit (entsprechende Verlängerung in Teilzeittätigkeit)

Es müssen alle diagnostischen und therapeutischen Bereiche in einer gefäßmedizinischen Einrichtung rotierend durchlaufen werden. Sollten entsprechende Bereiche in der eigentlichen Ausbildungspraxis/Venenkompetenzzentrum fehlen, wird dieser Abschnitt im Rahmen einer Hospitation in einer anderen geeigneten Einrichtung/ Venenkompetenz-zentrum absolviert. Dieses kann auch abschnittsweise und mit einer abschließenden Beurteilung erfolgen und wird im Dokumentationsbuch dokumentiert.

 

Unterricht theoretisch:

Der Unterricht wird in Basis- und Vertiefungskursen, im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung der Fortbildungsakademie der DGP durchgeführt. Es handelt sich um blockweise 2 x 2 tägige Fortbildungsveranstaltungen. Insgesamt werden 32 Stunden theoretischer Unterricht erteilt. Die Veranstaltungen werden in die Bonner Venentage und in die Jahrestagungen der DGP integriert.

Eine einrichtungsinterne Weiterbildung vertieft die theoretische und praktische Weiterbildung.

Die Referenten erstellen für jede Unterrichtseinheit ein Hand-Out, in dem der für die Prüfung relevante Stoff zusammengefasst wird. Das Manuskript wird zu einer Mappe zusammengefasst und den Teilnehmern ausgehändigt. Die theoretische Prüfung orientiert sich am Inhalt der Mappe.

Prüfung:

Die abschließende Theorieprüfung wird zentral durchgeführt, dauert ca. 1 Stunde und beinhaltet einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Bestanden hat derjenige/diejenige, der 60 % der Fragen richtig beantworten kann und die praktische Prüfung besteht. Eine Wiederholung im Folgejahr ist möglich. Zugelassen werden kann, wer folgendes nachweist:

- ein ausgefülltes Dokumentationsbuch mit Bescheinigungen erbrachter Zeiten der praktischen Tätigkeit/en, evtl. nötiger Hospitationen

- Teilnahme an allen Unterrichtseinheiten, d. h. Basiskurse und Vertiefungskurse

- Bescheinigung vom ausbildenden Zentrum über die Mitwirkung unter Supervision von mindestens:

- 50 LRR oder Photoplethysmographien

 - 50 VVP (Venenverschlussphlethysmographien)

 - 50 arteriellen Dopplerdruckmessungen und / oder arteriellen Dopplerspektren

 - 20 mitwirkende Beratungsgespräche und mitwirkende Anleitung zum Verhalten bei Thrombose und / oder postthrombotischem Syndrom und / oder Varikose und / oder chronisch venöser Insuffizienz, und / oder Lymph/Lipödem, Erläuterung von Therapiemaßnahmen (z. B. Varizenoperation, Ultraschallgeführte Schaumsklerosierung und/oder endovaskuläre Varizentherapie)

 - 30 Assistenzen bei stadiengerechten Versorgungen eines Ulcus cruris/chronische Wunden

 - 50 intermittierende pneumatische Kompressionen

 - 100 Kompressionsverbände unter ärztlicher Aufsicht

- Je 10 Assistenzen bei endovaskulären, operativen Eingriffen und ultraschallgeführter Schaumsklerosierung.

Übergangsregelung:

Die durchgeführten Untersuchungen müssen im Dokumentationsbuch dokumentiert/attestiert sein, die o. g. Kurse zum Basiswissen und die Kurse mit praktischem Anteil müssen absolviert werden.

Die Übergangsregelung gilt für die ersten 2 Jahren nach Einführung dieser Fortbildung.

Kosten:

Registrierung, Anmeldung und Dokumentationsbuch  150 €

Basiskurs für phlebologische Assistenzberufe 2 tägig    600 €

Vertiefungskurs für phlebologische Assistenzberufe 2 tägig   500 €

Abschlussprüfung mit Zertifikat von der DGP   150 €

Gesamtkosten:  1400€

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